Kabinettstück im Mai

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(Foto: Pressestelle Bezirk Oberbayern)

Die Corona-Maske

Auch moderne Objekte finden Eingang in unsere Sammlung. An einen Mund- und Nasenschutz haben wir bis jetzt noch nicht gedacht. Aus aktuellem Anlass ist es nun soweit. Ob professionell oder in Eigenarbeit hergestellt, das Spektrum an Qualität, Schnitten und Farben ist unüberschaubar. Geblümt, jägergrün oder mit Reißverschluss für den Strohhalm – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Eher zurückhaltend und dezent sind dagegen die Modelle des Bezirks Oberbayern ­– schlicht und schützend in dunkelblau oder hellgrau.

 

Abbildung:

Mund- und Nasenschutzmaske, München, 2020

Baumwolle, Einlage, Gummiband

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

 

 

Kabinettstück im April

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Der Gummihosenträger

Schlichte Gummihosenträger kennen wir auch in der heutigen Männermode. Wesentlich prächtiger sahen sie dagegen in der biedermeierlichen Männermode aus. Die Stoffstreifen, unter denen die Gummibänder mit den ledernen Knopflaschen eingenäht waren, wurden oft kunstvoll mit floralen Motiven, Jagdszenen oder graphischen Ornamenten bestickt. Sie gehörten bis um 1900 zu den wichtigsten Accessoires, um die Hosen zu halten. Unter der Weste verborgen waren sie eine Art Dessous für den Mann. In der Trachtenkleidung haben sie sich erhalten und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Einige schöne Exemplare „moderner“ Hosenträger finden Sie auch bei uns im Trachtenkontor. (www.trachten-kontor.de/Mode/Accessoires)

 

 

Abbildung:

Hosenträger, Süddeutschland, um 1850

Leder, Seide, Stramin, Wolle, Glasperlen, Metalldraht, Gummi

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

Kabinettstück im März

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(Foto: Anita Karl-Holeczek)

 

Tausende Perlen

In unserer Schmuck- und Accessoires-Sammlung befindet sich ein perlenbestickter Zugbeutel mit der Inventarnummer 00742. Die Beschreibung in unserem Inventarisierungsprogramm lautet wie folgt:

Länglicher Perlenbeutel mit perlenüberzogener Kugel und Quaste aus Perlschnüren am unteren Ende; roséfarbenes Seidenfutter; maschinell besticktes (Baumwoll)Gewebe mit angehäkelter Abschlussspitze (crèmefarben), in der Öffnungen für eine gegenläufige Kordel ausgespart sind; der crèmefarbene Webgrund und Faden tragen in den Segmenten der Rundung hohe Blumenarrangements, darauf folgt ein Streifen mit Blüten und Blättern, diesen schließen sich goldene Zacken an; dem folgen nach oben zu wechselnde Bänder mit Ranken auf türkis- oder crèmefarbenem Grund.

So genau wird jedes der rund 1.500 Objekte der Schmuck- und Accessoires-Sammlung beschrieben. Hinzu kommen weitere Daten beispielsweise zur Herkunft oder zum Zustand.

 

 

Abbildung:

Zugbeutel/Perlenbeutel

Erstes Viertel des 20. Jahrhunderts

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

 

Kabinettstück im Februar

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Das Boarhaisl Annamirl

Anna-Maria Datz lebte in Bischofswiesen im Bayerhäusl. Die Koseform von Anna-Maria ist Annamirl und so erklärt sich ihr Name im Dialekt: Boarhaisl Annamirl.

Ihr sonntägliches Gewand ist typisch für das Berchtesgadener Land Ende des 19. Jahrhunderts: Unter der Strickjacke, dem sogenannten Hemad, trägt sie ein weiches Mieder und ein vorne überkreuztes Halstuch. Um den Hals ist ein Bindl mit einer einfachen Masche geknüpft. Auf dem locker gebundenen Kopftuch sitzt der Hut, den eine Kordel in sieben Reihen, ein Rehradl aus Reh-Haar und eine Hutnadel zieren.

 

Abbildung:

Anna Maria Datz aus Bischofswiesen

retuschierte Fotografie, Ende 19. Jahrhundert

Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

Kabinettstück im Januar

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 (Foto: Anita Karl-Holeczek) 

Ein Medallion für`s Herz

Vor 90 Jahren war dieser Anhänger ein Geschenk für die Liebste anlässlich einer Verlobung.

Ein bunter Strauss mit Alpenblüten im klassischen Dreiklang von Almrausch, Edelweiß und Enzian ziert das Kabinettstück zum Neuen Jahr. Auf dem bemalten Porzellanoval ist auf der Rückseite ein messingfarbener, ebenfalls ovaler Medalliondeckel mit Rahmen und Glas eingelassen. Das Depositorium ist heute leer, vielleicht war darin einmal das Bild des Liebsten …

 

Abbildung:

Medallion, Oberbayern, um 1930
Porzellan, Farbe, Messing, Glasfluss
Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

Kabinettstück im Dezember

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 (Foto: Anita Karl-Holeczek) 

Der Pfeil für`s Haar

Bis weit ins 20. Jahrhundert trugen Frauen ihr langes Haar gerne in hochgesteckten und geflochtenen Frisuren. Den Haarschmuck dazu gab es in Form von Bändern, Haarspangen, Ziernadeln, Kämmen oder Haarpfeilen. Die Haarpfeile konnten horizontal, vertikal oder schräg in den Haarknoten gesteckt werden. Sie dienten auch zur Befestigung von Kronen (Kranl) und Häubchen (Böndl).

 

Abbildung:
Haarpfeil, vermutlich Oberbayern, zweites Drittel 19. Jahrhundert, vor 1866
Silberlegierung, Feuervergoldung, roter Glasstein
Sammlung Trachten-Informationszentrum Bezirk Oberbayern

 

 

Kabinettstück im November

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(Sammlung TIZ)

Folierte Werbetafel; Versandhaus Höck KG.; München 8, Trogerstraße 32;

um 1955

 

„Modell Oberstdorf"

100% Wolle, Spencer mit Glockenrock, handbestickt,

lieferbar in den Stoffen 16 bis 20

Preis DM 105.-

Ab Größe 48 Aufschlag von 10 %“

So wird das zweiteilige Gewand von der Firma Höck beschrieben. Die Unterscheidung zwischen Dirndl und Spencer ist klar: Das Dirndl ist ein einteiliges Kleid mit Schürze, der Spencer besteht aus einem Oberteil mit Schoß und dem Rock. Die Schürze ist kein Muss. Typisch für die Mode der 50er Jahre sind die Frisur, der Glockenrock mit bauschig weit schwingendem Unterrock - vielleicht ein Petticoat - und natürlich der VW Käfer Cabrio im Hintergrund. Das Bild zeigt einmal mehr: Tracht ist Mode!

Kabinettstück im Oktober

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(Sammlung TIZ)

Folierte Werbetafel; Versandhaus Höck KG.;
München 8, Trogerstraße 32; um 1955

 

Auf dem Oktoberfest in München sind derzeit Dirndlgewänder ein absolutes Muss. Dort waren sie in den 1950er Jahren allerdings so gut wie nicht zu finden. Getragen und beworben wurden sie sehr wohl. Im Begleittext zu den Werbetafeln des Versandhauses Höck aus den 50er Jahren steht:

„Das gute Dirndl ist ein Kleid von verblüffender Paßform. Das Dirndl sitzt immer. Sein raffinierter Schnitt, ein Aufwand von bis zu 7 m erstklassigen Stoffes und die solide Handarbeit sorgen dafür, daß es seine gute und besonders jugendlich wirkende Figur sozusagen gleich mitbringt.“

„Ein Dirndl können Sie darum in zehn Jahren genau so gut tragen wie heute … zur Arbeit, zum Tee, im Urlaub, beim Sommerfest, kurzum zu allen Gelegenheiten, die nicht gerade, wie etwa ein Opernbesuch, ein besonderes Kleid vorschreiben.“

Vom Oktoberfest ist in dieser historischen Aufzählung, zu welchen Anlässen das Dirndl passt, bezeichnenderweise gar nichts zu lesen. Dafür sind auf der Theresienwiese in München heuer Dirndlgewänder im Kommen, die in Farbe und Form den Vorbildern der 1950er Jahre auffällig gleichen.

 

Kabinettstück im August

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(Sammlung TIZ)

Stoffkissen, Bayern (?), um 1900 (?)

In unserer Sammlung gibt es einige Objekte, die wir nicht zuordnen können. Deshalb bitten wir Sie - die Besucher unserer Website - um Hilfe. Vielleicht kennen Sie die Funktion, den Namen und die Herkunft dieses Kissens. Bitte schreiben Sie uns, wenn Sie etwas wissen. Für Hinweise sind wir sehr dankbar.

Der Gegenstand hat eine verzierte Seite mit Stickereien und facettierten Glasperlen und eine schmucklose Seite mit dicht aneinander gelegten Bändern aus Tuch in der Form einer Acht. Rundum ist ein in Rüschen gelegtes Wollband angenäht. Das Kissen ist rund 15 cm lang, 8 cm breit und 4 cm hoch.

 

Kabinettstück im Juli

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(Sammlung TIZ)

Postkarte, um 1910

Auf vielen Postkarten, die um 1900 verschickt wurden, sind attraktive Frauen im Badekostüm, antik anmutenden Gewändern und auch in Trachtenmode abgebildet. Eine mehr oder minder versteckte erotische Attitüde ist fast allen Bildern gemeinsam.

In einem Fotoalbum aus Mühldorf am Inn steckt inmitten der Familienportraits diese Postkarte. Die Zusammenstellung des Gewands der jungen Frau ist gewagt: Mieder, Geschnür, Halskette und Halstuch stammen noch aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Strohhut mit besticktem Samtband und Federschmuck ist um 1910 gerade topmodisch und vor allem zum Dirndlgewand angesagt. Wichtig war für den Photographen der Gesamteindruck und nicht die korrekte Kombination einer Tracht.

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