Projekt "Die Trachtengöttin"

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Mode-Illustrationsprojekt "Die Trachtengöttin"

Die Idee zum Gemeinschaftsprojekt mit der Deutschen Meisterschule für Mode Designschule München entstand mit dem geplanten Workshop „Farben und Formen für die Trachtengöttin“. Die Schülerinnen und Schüler sollen zum Thema Trachtengöttin verschiedene Mode-Illustrationen von Mieder und Spenzer jeweils traditionell  und modern erstellen. 

Frau Gabriele Nosswitz, und Frau Hui Juang-Zhang, Designschule München, Verantwortliche für die Umsetzung der Modeillustrationen, machten sich daran dieses Thema den Studierenden näher zu bringen. 

Erste Eindrücke  zum Mieder und Spenzer konnten die  Schüler  vor Ort im Archiv der  Fachberatung verspüren. Der Leiter des Trachten-Informationszentrums, Alexander Wandinger, vermittelte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Wissenswertes zum Thema  „Tracht und Mode“.

 

Zum “Schulterblick“  in der Designschule in München konnten bereits erste Eindrücke zu den Illustrationen gewonnen werden.

Kabinettstück im Juni

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(Foto: Dirk Tacke)

Jacke, Osmanisches Reich, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, Tuch, Posamenten

Im Juni kommt die tomatenrote Männerjacke vom  April zurück - diesmal von vorne sichtbar.

Der Ursprung vieler unserer Zierelemente liegt im Orient. Wir haben im Abendland enorm von der Phantasie des Morgenlands profitiert. Der osmanische Kulturkreis stand auch mit dem nordindischen Raum über lange Zeit in fruchtbarem Austausch. Aus dieser multikulturellen Verbindung entstanden zahlreiche stilistische Vorbilder für die europäische Mode. Bemerkenswerterweise finden sich diese Ornamente in der bayerischen Mode und Tracht wieder.

Eine Besonderheit der islamischen Kunst ist, daß vor allem ornamentale und kalligraphische Dekors entwickelt wurden. Die bildliche Darstellung ist im Unterschied zu christlichen geprägten Gesellschaften weit weniger ausgebildet.

Einander fremde Kulturen treffen aufeinander und inspirieren sich.  Eine tief empfundene religiös-ideologische Konfrontation steht über Jahrhunderte gleichzeitig einem lebendigen Zusammenleben gegenüber. Das gilt bis heute - die Mode zeigt uns das sehr eindrücklich.

Kabinettstück im Mai

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(Foto: Dirk Tacke)

Jacke, Oberbayern, um 1830, Tuch, Posamenten

Im März war schon die Rückansicht dieser taubenblauen Husarenjacke aus dem Rupertiwinkel zu sehen.  Da sie vorne ebenso prächtig ausgeziert ist, nun also ein „Da capo!“, denn dieses Stück will von allen Seiten betrachtet sein. Die Posamenten mit Knebelverschlüssen erinnern ebenso wie die Verzierungen auf dem Rücken an osteuropäische Uniformen. Der elegant geschwungene Schalkragen war um 1830 hochmodern und blieb bis etwa 1870/80 in Mode. Ganz besonders ist auch das Innenfutter: Ein Wollstoff, der mit Modeln in Wellenmustern und Blumen bedruckt ist.

Kabinettstück im April

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(Foto: Dirk Tacke)

Jacke, Osmanisches Reich, zweite Hälfte 19. Jahrhundert, Tuch, Posamenten

Das Kabinettstück im März war eine taubenblaue Jacke aus Oberbayern um 1830.

Dieses tomatenrote Objekt stammt aus dem Osmanischen Reich. Beide Rückansichten ziert im Nacken und Taillenbereich eine fast identische Verzierung mit wunderbaren Posamenten. Dahinter steht ein kultureller Brückenschlag der Mode aus Orient und Okzident: Die kunstvoll ausgeschmückten Gewänder der osmanisch geprägten Moden in Osteuropa, die sich unter anderem in der Uniformmode niederschlugen, faszinierten seit Jahrhunderten auch die Menschen im deutschsprachigen Kulturkreis. So nimmt es kein Wunder, dass Anfang des 19. Jahrhunderts die exotisch anmutenden Dolmane von Adel, Militär und  Bürgertum in Deutschlands kopiert wurden.

Dass türkische Gewänder über den Balkan, Ungarn und den slawischen Raum schlussendlich bayerische Trachten inspirieren, ist eine bemerkenswerte Tatsache. Vielleicht ist ja die unschuldige Freude an zunächst fremden Farben und Formen ein Wesensmerkmal der Tracht …

Kabinettstück im März

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(Foto: Dirk Tacke)

Jacke, Oberbayern, um 1830, Tuch, Posamenten

Männerjacken, die vorne und hinten  mit verschlungenen Posamenten verziert sind, finden sich im ländlichen Oberbayern relativ häufig. Sie wurden „Schaike“ oder „Husarenjacke“ genannt und waren zwischen 1830 und 1890 sehr beliebt. Diese taubenblaue Joppe stammt aus dem Rupertiwinkel und wurde einst von einem Müller getragen. Typisch für die biedermeierliche Mode sind der hohe Kragen, die geschwungenen Nahtlinien und die leicht gereihten Ärmel.

Die Auflösung, wie bayerische Bauern und Handwerker zu den phantasievollen Mustern auf ihren Jacken kamen, zeigt sich am ersten April, wenn das nächste Kabinettstück erscheint.

Kabinettstück im Februar

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(Foto: A. Karl-Holeczek)
Ein Paar Strumpfbänder, datiert 1828, Seidenband, eingewebte Gummischnüre, Spitze, goldene Schließen, Türkise (Sammlung TIZ)

Gravur auf den Schließen:

Mon esperance est áu delá - Joindre ou mourir 1828
(Mein Hoffen ist jenseitig - Verbunden sein oder sterben 1828)

Die beiden Strumpfbänder aus dem Jahr 1828 gehören sicher zu den intimsten und feinsten Kabinettstücken unserer Sammlung im Trachten-Informationszentrum. Sie sind ein kostbares Liebespräsent mit Worten so voller Poesie, daß unsere Phantasie noch 191 Jahre später beim Sinnen über diese Zeilen blühen kann…

Kabinettstück im Januar

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Florschließe, Dachauer Land, um 1870, teilvergoldetes Silberfiligran, Glassteine, Posamenten, Flor (Sammlung TIZ)

Prachtentfaltung bei und auf dem Hof - Könige und Bauern liebten gleichermaßen überbordenden, prunkvollen und vor Bedeutsamkeit strotzenden Schmuck. Es galt seinen Reichtum zu zeigen und öffentlichkeitswirksam der neuesten Mode zu folgen. Gold und Edelsteine konnten sich zwar selbst reiche bäuerliche Menschen in der Regel nicht leisten, Silber und Glassteine dafür sehr wohl.

Paradestücke des opulenten bäuerlichen Halsschmucks sind die Florschließen, die bis etwa 1890 zur sogenannten Dachauer Tracht  gehörten. Eigentlich waren sie an einem schwarzen Florband angenäht, das doppelt um den Hals geschlungen und vorne mit der zweiteiligen Schließe verbunden wurde. Teilweise waren sie aber so groß, daß sie links und rechts offen herabhingen, weil sie zwischen Halsgrube und Kinn nicht genug Platz hatten. Die modischen Vorbilder der Schließen finden sich bereits Mitte des 18. Jahrhunderts in der bürgerlichen Mode. Hergestellt wurden die Schließen vor allem in Schwäbisch Gmünd, einem Zentrum für Schmuck und religiösen Zierrat aus Silberfiligran.

Neue Publikation in unserem Kontor

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Tracht in Miesbach
Verena Zemme, Mathias Leidgschwendner, Stadt Miesbach

Tracht in allen Facetten.
In der kleinen Kreisstadt Miesbach, 50 km südlich von München, ist man stolz auf ein einzigartiges Kulturgut - die Original Miesbacher Tracht. Spannende Reportagen, authentische Interviews und sorgsam recherchierte Hintergrundartikel lassen in dieser Sonderedition der Stadt Miesbach die Tracht lebendig werden.
Moderne Fotostrecken fangen die ganze Lebensfreude ein, mit der die Tracht heute im Oberland getragen wird.

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Neues Produkt in unserem Kontor

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Hoseträger Y-Form

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