Kabinettstück im März

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Erste hl. Kommunion, Photographie von Franz Sixt, Tölz, um 1900

Ein Geschwisterpaar am Tag der ersten hl. Kommunion - vielleicht sind es Zwillinge, sie wirken jedenfalls wie ein Paar. Die Assoziation zu einem Brautpaar verwundert nicht: das Mädchen trägt ein Brautkleid, der Bub einen Anzug als wäre er ein Hochzeiter. Die Kindergesichter wirken ernst, dem Anlass entsprechend und doch stehen da zwei zarte Kinder, die zwar tapfer ihre Kerzen in der Hand halten, aber irgendwie verloren wirken. Dahinter stehen Befindlichkeiten, die uns heute fremd erscheinen mögen und tatsächlich vor über hundert Jahren selbstverständlich waren: Kinder galten als „kleine Erwachsene“ und wurden auch so gekleidet. Das „Kind sein dürfen“, wie Wir es heute kennen, war weithin unbekannt und in erster Linie standen die Pflichten und nicht die Rechte junger heranwachsender Menschen. Das weiße Kleid und die Krone des Mädchens verweisen im Kontext kirchlicher Normen auf ihre Rolle als reine Braut Christi, die sie bis zu ihrer Hochzeit zu spielen hatte. Der dunkle Anzug samt Uhrkette zeigt ein Kind im Gewand eines erwachsenen Mannes.

Die 40.000 historischen Photographien, die im Trachten-Informationszentrum aufbewahrt sind, bergen einen unendlich großen Schatz an Informationen. Die Bilder zu lesen, zu verstehen und zu vermitteln ist eine der Aufgaben, denen Wir uns widmen. Sollten Sie Bilder besitzen, die Menschen in ihrem Gewand zeigen, kontaktieren Sie uns bitte. Ob Sie noch etwas zu den alten Bildern wissen oder nicht, ist zunächst nicht wichtig.  Lassen Sie uns einfach teilhaben an der abgelichteten Geschichte unserer Vorfahren.

 

Kabinettstück im Februar

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Abbildung aus: München im Jahreslauf, Monatsbilder aus dem Jahre 1816; Süddeutscher Verlag 1972; mit Texten von Paul Ernst Rattelmüller, dem ehemaligen Heimatpfleger des Bezirks Oberbayern

Die Bibliothek des Trachten-Informationszentrums birgt wirkliche Kostbarkeiten. Ein großformatiger Band mit den zwölf Monatsbildern des Jahres 1816 zeigt in Form kleiner Dioramen Alltags- und Festtagszenen aus München. Besonders schön ausgearbeitet ist die Kleidung jeweils der Personen, die im Vordergrund dargestellt sind.
Im Februar fand in München an jedem Faschingsmontag der Metzgersprung am Fischbrunnen des Schrannenplatzes (Marienplatz) statt. An diesem Tag wurden die Metzgerlehrlinge freigesprochen und durften von da an als Gesellen alle gesellschaftlichen Rechte und Pflichten ihrer Zunft wahrnehmen. Dazu gehörte auch die Teilnahme an Trinkfesten oder der Tanz mit ehrbaren Mädchen. Nach der förmlichen Freisprechung sprangen die Freigesagten in den Brunnen, warfen Nüsse in die Menge und bespritzten die Buben, die nach den Nüssen heischten, mit Wasser.

 

Kabinettstück im Januar

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Ranzen, Detail, Bayern, um 1850
Leder, Federkiel, Silberlahn um Seidenseele, Messingschnalle
Müllerranzen mit Mühlrad und Haue (Sammlung TIZ)


Grünes, rotes, braunes und schwarzes Leder, weißer Pfauenfederkiel, glänzendes Silber und gediegenes Messing – daraus besteht dieser herrliche Gürtel aus der Sammlung des Trachten-Informationszentrums. Über 300 kostbare Männer- und Frauengürtel aus Bayern, Österreich und Tirol werden in Benediktbeuern aufbewahrt. Um die faszinierende Geschichte und kulturelle Bedeutung dieser handwerklichen Kunstwerke zu dokumentieren erschien 2008 ein Grundlagenwerk: »Das Buch der Gürtel«.
Bei einem solchen Titel muß man nicht fragen, wovon ein Buch handelt. Berechtigter wäre die Frage, wovon es nicht handelt. Die Geschichte der Gürtel, die dieses Buch erzählt, ist so reich, daß sie eine ganze Welt umfaßt. Oder sogar mehr als eine. Von wegen enger schnallen... 48 x 30 x 4,5 cm die Maße.
336 Seiten Umfang. 5 Kilo Lebendgewicht. Das muß man erst mal auf sich wirken lassen. Wenn man dann zu blättern begonnen hat, kommt man aus dem Staunen ohnehin so schnell nicht mehr heraus. Anschnallen, bitte (jawohl, auch Sicherheitsgurte gibt es im Buch, wenigstens verbal), und dann dem vorgezeichneten, zuweilen auch nur angedeuteten, immer aber überraschenden Flug der Gedanken und Assoziationen zwischen Gott und der Welt, dem Himmel und der Erde, dem Geistigen und dem Fleischlichen folgen. Drei Jahrhunderte umfaßt die Reise – aber von ihren Höhepunkten aus eröffnet sie faszinierende Blicke auf die ganze Kulturgeschichte der Menschheit, und an kleinen, zeitgebundenen und regionalen Details werden Grunderfahrungen der menschlichen Existenz ablesbar. Ein Buch, in dem man besten Gewissens schwelgen kann.

 

Kabinettstück im Dezember

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Lederhose, München, 1810, Hirschleder, Perlmuttknöpfe

Das Meisterstück von Anton Baptist Moser aus dem Jahr 1810 ist eine absolute Rarität. Das exquisite Kleidungsstück wurde in der Säckler-Familie Moser über Generationen tradiert und kam nun nach über 200 Jahren als Leihgabe ins Trachten-Informationszentrum. Die Verarbeitung der Hose und die ursprünglich blaue Steppstickerei sind von höchster Qualität und Opulenz. In der Jagdkleidung des Adels, die im 18. Jahrhundert ebenfalls häufig aus naturfarbenem Rothirschleder besteht, finden sich entsprechende Vorbilder. Die stilistische Nähe zur jagdlichen Kleidung zeigt sich bei dem Meisterstück Mosers in den Motiven der phantasievollen Stickerei. Dort finden sich Hirschen, Gämsen, Hunde, Vögel und auch ein Jäger nebst Fuchs. Das spiralförmige gewundene Rankenwerk wird durch sternförmige Ornamente ergänzt.
Abgebildet ist die Hose bereits 1962 in der Publikation „Die Lederhose in Bayern und Tirol“ von Dr. Karl Schädler, Universitätsverlag Wagner.

 

Produktbroschüre "Liebhaberstücke"

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Produktbroschüre "Liebhaberstücke": ausgezeichnet mit dem German Design Award 2018 für herausragende Designqualität.

Wie man "Liebhaberstücke" kommuniziert: Bei der Kreation des Produktkatalogs für das Trachtenkontor des Trachten-Informationszentrums (TIZ) standen wir vor der Herausforderung, die angebotenen Stücke in einen größeren Horizont einzubetten – gleich weit entfernt von vergangenheitsseliger Traditionshuberei wie von zeitgeistig verkrampfter Trivialisierung. Tracht ist ein Aspekt des Lebens unter vielen. Bereit, offene Ohren zu finden und durch keine Vorurteile getrübte Augen zu erfreuen.

Konzeption und Gestaltung: Cerno Design und Christian Aichner

German Design Award

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Kampagne Inklusion

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Kampagne Inklusion: ausgezeichnet mit dem German Design Award 2018 für herausragende Designqualität.

Konzeption und Gestaltung: Cerno Design und Nan. Kulturkommunikation

German Design Award

Tuch ArmTücherQuadratische Tücher.

Eine limitierte Edition des Trachten-Informationszentrums 2017. 

Alte Muster neu denken. Stoff für Diskussion. 

Zu den zentralen Aufgaben des Trachten-Informationszentrums in Benediktbeuern gehört es, bayerische Kleidungskultur zu erforschen und zu pflegen. Sich ihrer folkloristischen oder ideologischen Vereinnahmung entgegenzustellen, ist Teil des Selbstverständnisses und Ausgangspunkt für eine Kampagne, die das Thema Inklusion in den Mittelpunkt stellt.

Dafür wurde ein Logo entwickelt, das sich auf jene verschlungenen Applikationen bezieht, die seit rund 200 Jahren auf bayerischen Joppen zu finden sind. Früher zierten sie Uniformen oder auch sogenannte Studenten- und Rauchjacken. Der modische Ursprung dieser Ornamentik liegt wohlgemerkt fern unserer Landesgrenzen: im osmanischen Reich!

Eine Betonung von Zusammenhängen, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind, kennzeichnet auch den Begriff der Inklusion im Sinne der Einbeziehung und Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben. Mit dem Logo wurde dafür eine einprägsame Form gefunden, dessen Rapport ein abstraktes, modernes Muster ergibt. man darf es auch als Anspielung auf jene Knoten in unserem Denken verstehen, die es für einen achtsamen Umgang miteinander aufzulösen gilt.

Als Medium der Edition wurde ein bekanntes Mode-Accessoire gewählt: das quadratische Tuch. Als Krawattl, Bindl oder Einstecktuch schmückt es Sie und Ihn zu (fast) jedem Anlass: ob klassisch um Hals, Kopf oder lässig ums Handgelenk gebunden, ob geknotet an Handtasche, Motorrad- oder Roller-Lenker, als Serviette, Taschentuch oder Verpackung von kleinen Gegenständen - Inklusion ist tragbar!

Mit dieser erstmals im Sommer 2017 aufgelegten Edition (nummeriert, Auflage 300 Stück, erhältlich in den Grundtönen anthrazit, violett und weiß) beginnt die Inklusions-Kampagne des Trachten-Informationszentrums. In anderer Form wird diese im kommenden Jahr fortgesetzt.

Kabinettstück im November

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Herrenweste, Bayern, um 1820, broschierte Seide, Goldborte, Silberknöpfe


Sie ist prachtvoll, außergewöhnlich und ihre Herkunft liegt im Dunkel der Geschichte eines Klosters. Ihren großen Auftritt hatte diese Weste in der Zeit des Empire und beginnenden Biedermeier. Die Taille war hoch angesetzt, der Stehkragen reichte bis an die Ohren. Wie sie in den Besitz der Missions-Dominikanerinnen des Klosters Schlehdorf kam ist unklar. Zuletzt war sie Teil einer kleinen Sammlung von Objekten in der ehemaligen Fahnenstickerei. Der lachsrote Oberstoff ist aus kostbarem Seidenjacquard mit eingewebtem Blumenmuster. Die großen Silberknöpfe zeugen von einem einst wohlhabenden Träger dieses Exponats, das nun in der Sammlung des Trachten-Informationszentrums aufbewahrt wird.

Sonderverkauf

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Stulpkartons zur Selbstabholung
Anfragen unter info@trachten-kontor.de

Großer Stulpkarton geheftet
1800 g säurefreie Pappe
Innenmaß: 1300 x 700 x 150/150
Preis EUR 30,00

Kleiner Stulpkarton geheftet
1800 g säurefreie Pappe
Innenmaß: 650 x 700 x 150/150
Preis EUR 18,00

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